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Buchholz trifft Buchholz

Das 18. europaweite Buchholz-Treffen 2012 in Buchholz / Mönchengladbach ist Geschichte. Vom 17. bis 20. Mai und einem Zusatzprogramm am 21. Mai, gab es bei herrlichem Wetter mit über 80 Buchholzerinnen und Buchholzern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein herzliches Wiedersehen.

Eingeladen hatte Buchholz, ein Straßendorf mit etwa 400 Seelen und Ortsteil der Stadt Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen. Zahlreiche Vereine des Ortes und stellten Phantastisches auf die Beine, darunter der Heimatverein, der Männergesangsverein, die Freiwillige Feuerwehr bis zum Kapellenbauverein.

Auf der Mitgliederversammlung des Freudschafts- und Förderkreises Buchholz Europa e.V. (FFK) wurden Rudi Wieckhorst als Präsident, Helmut Mai als Schriftführer und Dieter Lehnig als Kassierer für drei Jahre wiedergewählt. Ausführliche Informationen zum neuen Präsidium werden zu gegebener Zeit auf der Webseite des FFK einzusehen sein. Unser langjähriges Mitglied Detlev Enneper, der nebst Gattin den Bürgerverein Französisch Buchholz e.V. vertrat, wurde zudem als Beisitzer ins Präsidium gewählt.

Nächste Begegnung der Buchholzer

Am 16. Juni 2012 feiert Buchholz / Pritzwalk sein 700-jähriges Bestehen, wozu die Stadt herzlich einlädt. Um 11.30 Uhr findet zudem ein großer Festumzug satt. Wer sich den aus Französisch Buchholz Teilnehmenden anschließen möchte, kann sich gern beim Bürgerverein melden (Kontakt).

Bericht der Berliner Morgenpost

Von der Stadt Berlin, von Verkehr, Touristen, Lärm und Trubel ist hier im Norden kaum etwas zu spüren, beinahe dörflich geht es zu. Tangenberg ist Vorsitzender des Bürgervereins Französisch Buchholz und setzt sich mit einigen anderen auch für den Erhalt und die Sanierung der Ortskirche ein. „Die Kirche ist unser Wahrzeichen“, sagt der 44-Jährige.

Mehr als 750 Jahre ist das Gemäuer alt, hat Kriege überlebt und ist heute eine von 50 unter Denkmalschutz stehenden Berliner Dorfkirchen. Jetzt bröckelt der Bau, das Dach ist marode, das Gebälk muss dringend erneuert werden, die Fassade des Kirchturms ebenso. 400.000 Euro Baukosten sind veranschlagt, drei Viertel davon hat die evangelische Kirche bereits beisammen, der Rest muss noch gesammelt werden. „Die Kirche ist Teil des hugenottischen Erbes, das wir hier wahren möchten“, sagt Tangenberg. Toleranz, Offenheit gegenüber Neuem, Optimismus – das seien Tugenden, mit denen er sich auch heute noch identifizieren könne.

Französische Hugenotten siedelten sich im 17. Jahrhundert an, vertrieben aus dem Nachbarland, und verhalfen dem Ort mithilfe von Landwirtschaft, Fleiß und Schaffenskraft zu wirtschaftlicher Blüte. Im Laufe der Zeit wurde Buchholz zum beliebten Ausflugsziel der Berliner, den Beinamen aus der Zeit der hugenottischen Besiedlung aber verlor man 1913 wegen der antifranzösischen Stimmung im Vorfeld des Ersten Weltkriegs. Erst 1999 erhielt der Ortsteil von Pankow seinen Namenszusatz zurück.

Peter Brenn war von Anfang an beim Bürgerverein dabei. Der heute 63-Jährige gehört zu den Mitbegründern, war zehn Jahre lang dessen Vorsitzender und übergab im Herbst 2011 dieses Amt an Tangenberg. Der fast 20 Jahre jüngere Tangenberg übernahm den Vorsitz, der Posten des Schriftführers ging gar an das jüngste Mitglied des Vereins: an den erst 23-jährigen Lucas Koppehl.

Wenn Koppehl von seiner Motivation spricht, hier mitzuarbeiten, dann blitzt eine Leidenschaft auf, die ansteckend ist: „Ich halte es mit dem Motto: ‚Nicht nur beschweren – machen. Handeln statt reden‘.“ Der Student engagiert sich auch noch in anderen Vereinen und trat 2011 dem Bürgerverein bei. „Das bürgerschaftliche Engagement liegt mir, ich mache es gern. Es gibt immer Probleme, die man versuchen kann zu lösen“, sagt Koppehl, der seit 1995 hier wohnt.

Ein Jahr später zog auch der Kriminalbeamte Jens Tangenberg mit seiner Familie in den Pankower Ortsteil. Seine Motivation für das ehrenamtliche Engagement entwickelte sich zu jener Zeit beim Anblick der Grundschule. „Die Außenwände waren mit Graffiti verunziert, über den Pausenhof wehte im Sommer eine riesige Staubwolke, eine Turnhalle gab es überhaupt nicht“, erinnert sich Tangenberg. Mit anderen Eltern wurde ein Förderverein gegründet, Schulfeste und Sponsorenläufe erbrachten das Startkapital für einen Sportplatz und neue Spielgeräte. Auf die Turnhalle warteten die Schüler aber noch eine Weile, erst 2011 wurde sie schließlich fertiggestellt. „Wir haben gemerkt, wie wichtig es ist, gemeinsam Dinge anzugehen und über Druck auf die Politik zu positiven Ergebnissen zu kommen.“ So wurde Tangenberg 2009 auf den Bürgerverein aufmerksam. Knapp 20 Jahre nach der Wende war der bei vielen Buchholzern ein wenig in Vergessenheit geraten. „Viele Leute sind so mit ihrer Arbeit belastet, dass sie sich nicht auch noch groß engagieren können – dieser Realität muss man ins Auge schauen“, sagt Brenn.

Ein anderes großes Projekt ist die Identifikation der Buchholzer mit ihrem Ortsteil. Mitte der 1990er-Jahre erhöhte sich die Einwohnerzahl durch ein Neubaugebiet mit sozialem Wohnungsbau sprunghaft, „Französisch Buchholz West“ heißt auch heute im Sprachgebrauch noch „Neu-Buchholz“, viele „Alt-Buchholzer“ rund um die Dorfkirche grenzen sich davon ab. „Das sind zwei Lebensräume, zwei Parallelwelten. Eine gemeinsame Identität zu schaffen braucht sehr viel Zeit“, sagt Koppehl. Und so ist das Zusammenwachsen des alten und des immer noch „neuen“ Teils von Französisch Buchholz das übergeordnete Ziel des Vereins. „Wenn man nichts macht, passiert auch nichts“, sagt Lucas Koppehl. Das gilt für die alte Dorfkirche an der kleinen Hauptstraße genauso wie für das gemeinsame Dorfgefühl in den Köpfen der Menschen.

Der Verein freut sich über tatkräftige und finanzielle Hilfe. Wer sich engagieren möchte, kann sich im Internet unter www.buergerverein-franzoesisch-buchholz.de informieren. Büro im Amtshaus Buchholz, Berliner Straße 24.

Link zum Artikel der Berliner Morgenpost „Der Tradition verpflichtet“ (23.05.2012)

Einladung „Nord-Licht“ e.V.

Gerne machen wir auf eine Veranstaltung des frisch gegründeten Kultur- und Bildungsvereins „Nord-Licht“ e.V. unter dem Titel: „Die Zeit schreit nach Satire – frische Texte und Cartoons von Wolfgang Helfritsch und Detlef Noak“ aufmerksam. Die Buchlesung findet statt

  • am Freitag, den 01.06.2012 um 19.00 Uhr
  • im Amtshaus, Berliner Str. 24, 13127 Berlin.
  • Eintritt frei.

Die Satiriker Dr. Wolfgang Helfritsch (Texter und Kabarettist, Ossietzky-Autor, Mitglied der Tucholsky-Gesellschaft) und Detlef Noack (ständiger Karikaturist der SUPER ILLU und der Lausitzer Rundschau, Buchgestalter) stellen ihr Buch „Nischt wie Theater – auf der Bühne und im Leben“ vor.

Das Buch enthält eine Auswahl von Glossen, Texten und Gedichten (Helfritsch) sowie eine Fülle von Karikaturen. Wolfgang Helfritsch wird aus seinem Textsammelsurium lesen und evtl. auch singen, Detlef Noack wird am Flipchart vorführen, wie Karikaturen entstehen.

Einladung als PDF

Der „Nord-Licht“ e.V. trifft sich zudem am 15.05. um 19.00 Uhr im Amtshaus, weitere Informationen hier.